Buchautor Geschichte, Vergangenheit Literatur, Geschichte Deutschland
Buchautor Geschichte, Vergangenheit Literatur, Geschichte Deutschland
Historiker und Buchautor
Historiker und Buchautor

 

KONTAKT

Eckpunkte mainzer Geschichte

_____________________________________________________________________________

Stefan Winckler

Das heidnische, christliche und jüdische Mainz

 

Die Darstellung von Aquileias Kunst und Geschichte veranlasst, sich über die Spuren der Römer (und damit auch des frühen Christentums) auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands Gedanken zu machen. Sehr schnell fällt auf, dass römische Städte wie Trier, Mainz und Köln auch danach im Mittelalter und der Neuzeit sehr bedeutend waren. Dass es dort viel zu besichtigen gibt, ist bekannt. Weniger geläufig sind die Entdeckungen und Neueröffnungen der letzten Jahre, die hier zusammen mit der Literatur genannt werden sollen.

 

In Mainz (lat.: Moguntiacum), der nach Trier wichtigsten Römerstadt in Rheinland-Pfalz, bietet das Landesmuseum von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart ebenfalls einen Einblick in die Römerzeit wie auch in das Mittelalter (Goldenes Mainz) und die kurfürstliche Landesherrschaft unter den Erzbischöfen, die zugleich Erzkanzler des Reiches waren.

In den letzten beiden Jahrzehnten wurde das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen ausgegraben (ausführlich: http://www.theatrum.de/166.html).

Reste römischer Schiffe sind seit 1994 im Museum für antike Schifffahrt (https://www2.rgzm.de/Navis/Musea/Mainz/Navismus.htm) ausgestellt.

 

Das christliche Mainz wird jeder zunächst mit dem Dom St. Martin (http://www.1000-jahre-mainzer-dom.de/startseite.html) in Verbindung bringen, dessen Bistumsmuseum ebenfalls einen Besuch lohnt. Nicht versäumt werden sollte auch die Stephanskirche. Der spätgotische Kreuzgang von St. Stephan gilt als der schönste in Rheinland-Pfalz. Neun Fenster dieses Gotteshauses hat Marc Chagall 1978 bis 1985 auf einer Fläche von mehr als 177 Quadratmetern geschaffen – sein größtes Glaskunstwerk überhaupt, und zugleich sein einziges hierzulande. Weniger bekannt sind die weiteren Fenster, die Charles Marq, ein Schüler Chagalls, in den Seitenschiffen auf einer Fläche von mehr als 200 Quadratmetern kreiert hat. Nach jeder Sonntagsmesse schließt sich eine Führung der Fensterkunstwerke an; Monsignore Klaus Mayer, Jg. 1923, bietet ausführliche Erklärungen und Meditationen an. Er ist ein Brückenbauer zwischen Christen und Juden in Deutschland, weswegen er seinerzeit Chagall für das Vorhaben gewinnen konnte. Die provisorische Orgel aus der Nachkriegszeit wurde erst 2013 durch eine angemessene neue Kirchenorgel ersetzt.

 

Mainz (jüd.: Magenza) verfügte wahrscheinlich schon seit der Römerzeit über eine jüdische Gemeinde. Der jüdische Friedhof im Bezirk Hartenberg-Münchfeld ist der zweitälteste Deutschlands; erst 2007 wurden weitere Grabplatten aus dem elften Jahrhundert entdeckt. Die nachgewiesene tausendjährige Geschichte der Mainzer Juden endete nicht mit der Pogromnacht 1938 und den Deportationen. Vielmehr ist das neue Gemeindezentrum „das vielleicht weltweit interessanteste Synagogenprojekt“ der letzten Jahrzehnte (Robert Hollenstein). Seit 2010 steht es am Synagogenplatz in der Neustadt. Dazu die Baubeschreibung und Architekturkritik von R. Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung: https://www.nzz.ch/licht_der_diaspora-1.7596759.

 

Literatur, Quellen und Bilder:

 

http://www.landesmuseum-mainz.de/

http://roemisches-mainz.de/roemisches-mainz/sehenswertes/

https://st-stephan-mainz.bistummainz.de/

http://www.alemannia-judaica.de/mainz_synagoge_neu.htm

 

 

 

© Dr. Stefan Winckler